10. December 2019

Brauche ich einen Vorsorgeauftrag?

Was ist ein Vorsorgeauftrag und wann ist dieser sinnvoll? Mit einem Vorsorgeauftrag erteilen Sie, für den Fall Ihrer eigenen Urteilsunfähigkeit, einer oder mehreren natürlichen oder juristischen Personen den Auftrag, gewisse Angelegenheiten in Ihrem Namen zu erledigen, wenn Sie dazu aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sind.

Der Vorsorgeauftrag umfasst drei Vertretungsbereiche. Für jeden einzelnen dieser drei Bereiche können Sie eine andere Vertretungsperson bestimmen. Es ist jedoch auch möglich, eine Person mit allen drei Bereichen zu beauftragen.

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Mit dem Vorsorgeauftrag können Sie die Personensorge, die Vermögenssorge und eine Vertretung im Rechtsverkehr im Falle Ihrer Urteilsunfähigkeit regeln. Die Personenvorsorge deckt folgende Bereiche ab: Notwendige Massnahmen in Bezug auf Ihre Gesundheit, Sicherstellung der optimalen Behandlung und Pflege, Entscheidung über Unterbringung in Spitälern oder Alters- und Pflegeheim etc. Ein Vorsorgeauftrag in diesem Bereich ersetzt jedoch nicht eine Patientenverfügung, obwohl die beauftragten Personen ähnliche Entscheidungen treffen müssen. Mit einer Patientenverfügung stellen Sie sicher, dass Ihr Wille bezüglich medizinischen Massnahmen auch dann durchgesetzt wird, wenn Sie selber dazu nicht mehr in der Lage sind. Insbesondere bei einem schweren Unfall oder einer plötzlichen Krankheit sind die Angehörigen oft mit solchen Fragen überfordert. Mit einer Patientenverfügung helfen Sie Ihren Angehörigen, Entscheidungen in Ihrem Sinne zu treffen.

Die Vermögenssorge hingegen stellt Ihre finanziellen Interessen, die Verwaltung des gesamten Vermögens und die Zahlung sämtlicher Rechnungen sicher. Der Vertretungsperson übertragen Sie die Verantwortung für Ihr gesamtes Vermögen. Die von Ihnen bestimmte Person muss Ihr Vermögen in Ihrem Interesse verwenden und verwalten.

Der Beauftragte für die Vertretung im Rechtsverkehr wird der rechtlichen Vertretung gegenüber Banken, Behörden, Geschäftspartner, Versicherungen etc. ermächtigt. Diese Vertretung kann einer natürlichen oder einer juristischen Person übertragen werden.

Es ist nicht einfach, eine passende Vertretungsperson zu finden. Wir empfehlen Ihnen, jemanden zu wählen, zu dem Sie absolutes Vertrauen haben. Informieren Sie die beauftragte Person über die Aufgaben, die auf sie zukommen werden und klären Sie allfällige offene Fragen. Es kann allenfalls auch Sinn machen, eine Vertretungsperson zu benennen, welche zum Einsatz kommt, wenn Ihre erste Wahl den Vorsorgeauftrag nicht mehr annehmen kann oder will.

Für die Verfassung des Vorsorgeauftrages gibt es zwei verschiedene Formvorschriften. Gemäss Art. 361 ZGB können Sie den Vorsorgeauftrag eigenhändig erstellen oder durch einen Notar öffentlich beurkunden lassen. Den eigenhändigen Vorsorgeauftrag müssen Sie von Anfang bis Ende von Hand niederschreiben, datieren und unterzeichnen. Sie können den Vorsorgeauftrag jederzeit widerrufen. Haben Sie Ihren Vorsorgeauftrag von Hand niedergeschrieben, können Sie diesen ebenfalls von Hand widerrufen. Wurde der Vorsorgeauftrag öffentliche beurkundet, muss ein Widerruf auch wieder öffentlich beurkundet werden.

Haben Sie Ihren Vorsorgeauftrag erstellt, können Sie diesen beim Zivilstandesamt in die zentrale Datenbank - unter Nennung des Hinterlegungsortes - eintragen lassen. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, einen Ort für die Aufbewahrung des Vorsorgeauftrages zu wählen, auf den zugegriffen werden kann. Der Vorsorgeauftrag muss im Falle Ihrer Urteilsunfähigkeit leicht aufgefunden werden. Allenfalls besteht auch die Möglichkeit, den Vorsorgeauftrag bei Ihrem Treuhänder zu hinterlegen. Weiter besteht die Möglichkeit, auf der Plattform evita.ch ein persönliches Evita Gesundheitsdossier anzulegen, wo Sie ebenfalls Ihren Vorsorgeauftrag aufbewahren können.

Halten Sie im Vorsorgeauftrag fest, wie die Entschädigung des Beauftragten ausgestaltet werden soll. Wird dies nichts geregelt, wird die Höhe der Entschädigung von der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) bestimmt.

Der Vorsorgeauftrag kommt zum Zug, wenn Sie urteilsunfähig werden sollten. Dies kann zum Beispiel nach einem schweren Unfall oder bei langjähriger Krankheit eintreten. Die KESB prüft in diesem Fall, ob ein Vorsorgeauftrag vorhanden und ob dieser gültig erstellt worden ist. Weiter prüft die Behörde, ob die beauftragte Person für ihre Aufgabe geeignet ist und ob weitere Massnahmen des Erwachsenenschutzes erforderlich sind. Bei Erfüllung aller Voraussetzungen wird der Vorsorgeauftrag durch die Behörde für wirksam erklärt. Sobald diese Abklärungen abgeschlossen sind, kann die von Ihnen eingesetzte Vertretungsperson entscheiden, ob Sie den Vorsorgeauftrag annimmt. Ist dies der Fall, erhält sie von der KESB eine Vertretungsurkunde, wonach sie belegen kann, welche Berechtigung sie in dieser Sache hat. Danach sind die Aufgaben der KESB abgeschlossen, sie schreitet nur wieder ein, wenn die Interessen des Bevormundeten gefährdet oder nicht mehr gewahrt sind.

Sind Sie verheiratet oder leben Sie in einer eingetragenen Partnerschaft, erhält ihr Ehepartner oder der eingetragene Partner auch ohne Vorsorgeauftrag ein Vertretungsrecht (vgl. ZGB, Art. 374 ff) für alltägliche Handlungen. Dieses Vertretungsrechts umfasst alle üblichen Rechtshandlungen, z.B. Vertragsabschlüsse, die ordentliche Einkommens- und Vermögensverwaltung und die Befugnis, die Post zu öffnen und zu erledigen.

Der Vorsorgeauftrag endet, wenn Sie die Urteilsfähigkeit wiedererlangen oder sterben. Ebenfalls kann die Vertretungsperson mit einer zweimonatigen Kündigungsfrist zu Handen der KESB ihren Auftrag auflösen.

Für Fragen zum Vorsorgeauftrag oder für die Unterstützung bei der Ausarbeitung eines solchen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

10. December 2019

Das 3-Säulen-Prinzip – Gefahren & Möglichkeiten (Teil II)

Im Teil I unserer Serie "3-Säulen-Prinzip – Gefahren & Möglichkeiten" haben wir Ihnen die groben Grundzüge des Konzepts erläutert. In diesem Teil möchten wir Ihnen nun die Details zur ersten Säule näherbringen.

Die erste Säule – die staatliche Vorsorge

Wie bereits erwähnt ist die erste Säule für die Sicherung des Existenzbedarfs zuständig. Neben der Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung werden auch der Erwerbsersatz während des Militärdienstes, des Zivildienstes, des Schutzdienstes (EO), bei Mutterschaft (MSE) sowie die Arbeitslosenversicherung (ALV) durch die erste Säule finanziert.

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Beitragspflicht und -dauer

Beitragspflichtig für die erste Säule sind grundsätzlich alle erwerbstätigen und nichterwerbstätigen Personen mit Wohnsitz in der Schweiz. Die AHV-Beitragspflicht greift ab dem 1. Januar nach Vollendung des 17. Altersjahrs und endet, wenn das ordentliche Rentenalter erreicht ist oder bei Aufgabe der Erwerbstätigkeit, falls jemand über das ordentliche Rentenalter hinaus tätig ist. Sofern Sie nicht erwerbstätig sind und den Wohnsitz in der Schweiz haben, beginnt die Beitragspflicht ab dem 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahrs.

Um die Beitragspflicht zu erfüllen, muss jährlich der Mindestbeitrag von CHF 496.00 (Stand 2020) einbezahlt werden. Sofern Sie verheiratet sind, kann die Beitragspflicht auch durch Ihren Ehegatten erfüllt werden. Dies ist der Fall, wenn Ihr Ehegatte mit seiner Erwerbstätigkeit den doppelten Mindestbeitrag von CHF 964.00 (Stand 2019) einbezahlt.

Die vollständige Beitragsdauer beträgt für Männer 44 Jahre und für Frauen 43 Jahre. Jedes fehlende Beitragsjahr führt zu einer Kürzung um 1/44 der Altersrente. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, solche Vorsorgelücken zu schliessen. Sie haben die Möglichkeit, die fehlenden Beitragsjahre innerhalb von fünf Jahren rückwirkend nachzuzahlen. Zudem werden Einzahlungen während der sogenannten Jugendjahre von 18 bis 20 verwendet, um allfällige Beitragslücken zu schliessen.

Insbesondere Studenten und Weltenbummler sollten jährlich kontrollieren, ob Beitragslücken vorhanden sind. Um dies zu überprüfen, können Sie bei der kantonalen Ausgleichskasse einen Kontoauszug vom sogenannten "individuellen Konto" bestellen. Eine Berichtigung muss innert 30 Tagen seit Zustellung des Auszugs bei der Ausgleichskasse verlangt werden. Ansonsten gilt der Kontoauszug als genehmigt.

Erziehungsgutschriften

Wer seine Kinder unter 16 Jahren betreut, profitiert zusätzlich von Erziehungsgutschriften. Diese werden dem für die AHV-Rente relevanten Jahreseinkommen angerechnet und führen demzufolge zu einer entsprechend höheren Rente. Die Erziehungsgutschriften ersetzen aber den jährlichen Mindestbeitrag nicht, es können auch hier Beitragslücken entstehen.

Einkommenssplitting

Bei einer Scheidung erfolgt ein Einkommenssplitting. Dabei werden die während der Ehejahre erzielten Einkommen von beiden Ehepartnern je zur Hälfte dem anderen AHV-Konto gutgeschrieben. Die Jahre vor der Eheschliessung werden dabei nicht miteinberechnet. Die Einkommensteilung können Sie individuell nach der Scheidung verlangen. Ansonsten nimmt die Ausgleichskasse das Splitting spätestens im Zeitpunkt der Rentenberechnung automatisch vor.

Pensionierung

Eine Pensionierung sollte frühzeitig geplant werden, da die Rente im Voraus (mindestens drei bis vier Monate) schriftlich beantragt werden muss. Bei der kantonalen Ausgleichskasse können Sie kostenlos einen Antrag für eine Rentenvorausberechnung stellen, um sich frühzeitig über Ihre Rente zu informieren.

Der ordentliche Zeitpunkt für die Pensionierung erfolgt für Männer im Alter von 65 Jahren, für Frauen im Alter von 64 Jahren. Es besteht jedoch die Möglichkeit, den Bezug der AHV-Rente um ein oder zwei ganze Jahre vorzuziehen oder um ein bis fünf Jahre aufzuschieben.

Pro Vorbezugsjahr werden die Renten um 6.8% gekürzt. Zu beachten ist, dass Sie bei einem Vorbezug der Altersrente weiterhin der AHV-Beitragspflicht unterstehen. Aus diesem Grund müssen Sie Beiträge als Nichterwerbstätige bezahlen. Um einen Vorbezug zu beantragen, sind die dafür notwendigen Fristen für das Gesuch unbedingt einzuhalten, ansonsten ist der Vorbezug nicht möglich.

Durch einen Aufschub der Pensionierung erhöhen sich die Altersleistungen um einen monatlichen Zuschlag, sofern die Maximalrente noch nicht erreicht ist. Für die Anmeldung des Aufschubs ist eine Aufschubserklärung notwendig. Der Aufschub muss spätestens innert einem Jahr seit Erreichen des ordentlichen Rentenalters geltend gemacht werden. Sobald Ihnen die Altersrente mit rechtskräftiger Verfügung zugesprochen wurde oder Sie die Rentenzahlung ohne Widerspruch entgegengenommen haben, ist ein Aufschub nicht mehr möglich. Sollten Sie nach Erreichen des ordentlichen Rentenalters weiterarbeiten, wird Ihnen ein Freibetrag von CHF 16'800.00 pro Jahr resp. CHF 1'400.00 pro Monat (Stand 2019) gewährt. Lediglich das Erwerbseinkommen, welches diesen Freibetrag übersteigt, ist AHV-pflichtig. ALV-Beiträge sind ab dem Erreichen des Rentenalters keine mehr geschuldet.

Je nach erzieltem Durchschnittseinkommen beträgt die ordentliche Vollrente (d.h. ohne Beitragslücken) monatlich mindestens CHF 1'185.00 und maximal CHF 2'370.00 (Stand 2019). Die AHV-Rente bei Ehepaaren ist bei einer Vollrente für beide zusammen plafoniert auf CHF 3'555.00 (Stand 2019).

Selbständigerwerbende

Die Höhe der Beiträge für Selbständigerwerbende berechnet sich aufgrund des jährlichen Geschäftsgewinns. Diesbezüglich gibt es eine spezielle Berechnung. ALV-Beiträge sind nicht geschuldet.

Da auf den Liquidationsgewinn AHV-Beiträge entrichtet werden müssen, sollten sich Selbständigerwerbende mindestens 10 Jahre vor der Pensionierung mit der Rentenplanung befassen. So kann ein Vergleich zwischen einer Einzelfirma und einer AG vorgenommen werden und allenfalls eine AG gegründet werden. Dadurch können je nach Situation Steuern und Sozialversicherungen eingespart werden.

Bei Unklarheiten bezüglich Beitragslücken oder wenn Sie Ihre Pension planen, empfehlt es sich, frühzeitig mit Ihrem Treuhänder Kontakt aufzunehmen.

10. December 2019

Der Vorsorgeausweis – Ihre persönliche Info zur Vorsorge

Anfang jeden Jahres erhalten wir ihn - den Vorsorgeausweis. Die einen prüfen diesen direkt und legen ihn zu Ihren Vorsorgeakten. Viele wissen zwar, dass dieser wichtig ist, aber nicht genau, was sie damit tun sollen oder welche Informationen sie daraus ziehen können. Hier kommen wir ins Spiel. Auf unserer Homepage finden Sie die wichtigsten Informationen zum Vorsorgeausweis einfach und kompakt erklärt, sodass Sie für 2020 vorbereitet sind.

Wünschen Sie eine Vorsorgeplanung? Gerne unterstützen wir Sie dabei – rufen Sie uns dafür einfach an.

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1. Angaben zur versicherten Person

Geburtsdatum, Geschlecht und Zivilstand sowie Beschäftigungsgrad werden für die Berechnung benötigt.

2. Jährliche Lohnsumme

2.1 Massgebender Lohn
Der Arbeitgeber meldet der Vorsorgeeinrichtung jährlich die jeweilige AHV-Lohnsumme. Als Arbeitnehmer kann diese Position gut geprüft werden: Welchen Jahresbruttolohn habe ich aktuell und stimmt dieser mit demjenigen auf dem Vorsorgeausweis überein?

2.2 Koordinationsabzug
Von der gesamten Lohnsumme eines Jahres ist ein Teil bereits durch die AHV versichert. Diesen Lohnanteil muss die Pensionskasse also nicht nochmals versichern. Somit reduziert sich der massgebende Lohn um diesen Lohnanteil der bereits versichert ist (Koordinationsabzug) und ergibt den versicherten Jahreslohn bei der Pensionskasse. Mit dem Koordinationsabzug wird also der versicherte Jahreslohn zwischen AHV und der Pensionskasse koordiniert.

2.3 Versicherter Lohn
Dieser Lohnanteil ist bei der Vorsorgeeinrichtung versichert.

 3. Leistungen bei Invalidität

Wird die versicherte Person invalid, also dauernd erwerbsunfähig, wird eine Invalidenrente und für Kinder eine Invaliden-Kinderrente ausbezahlt. Die Rente wird nach einer Wartefrist gemäss Reglement der Vorsorgeeinrichtung erbracht.

4. Leistungen im Todesfall

Bei Tod des Versicherten vor Pensionierung haben Ehegatten sowie Kinder Anspruch auf eine Ehegattenrente bzw. Waisenrente. Der hochgerechnete mögliche Rentenbetrag ist unter dieser Position ersichtlich.

5. Im Alter - Altersguthaben

Das Altersguthaben setzt sich aus mehreren Beträgen zusammen. Einerseits aus den angesparten Beiträgen (Altersgutschriften) und anderseits aus zusätzlichen Einzahlungen (Einmaleinlagen), Zinsgutschriften sowie eingebrachten Beträgen aufgrund vorheriger Arbeitgeber (eingebrachte Austrittsleistungen/Freizügigkeitsleistungen).

Dieses Guthaben wird für das Jahr der voraussichtlichen Pensionierung hochgerechnet, mit oder ohne Zins (projiziertes Altersguthaben). Dieser Betrag entspricht ungefähr der Rente, welche bei der ordentlichen Pensionierung ausbezahlt wird.

5.1 Wohneigentumsförderung (WEF)
Wenn Sie einen Teil Ihres Vorsorgeguthaben in Wohneigentum investiert haben, ist dieser Betrag als Vorbezug oder Verpfändung angegeben.

Haben Sie die Absicht, Wohneigentum zu kaufen, kann der aufgeführte Betrag zur Finanzierung vorbezogen werden.

6. Einkauf – Maximale Einkaufssumme

Um die Altersrente zu verbessern, können freiwillige Einzahlungen in die 2. Säule getätigt werden. Zudem kann zusätzlich für die vorzeitige Pensionierung einbezahlt werden. In welcher Höhe die Einkäufe in die Vorsorgeeinrichtung von der Steuerverwaltung akzeptiert werden, hängt vom eidgenössischen und kantonalen Steuerrecht ab.

7. Zins- und Umwandlungssätze

7.1 Zinssatz Obligatorium
Zinssatz, mit dem die BVG-Altersguthaben mindestens verzinst werden müssen. Der Mindestzinssatz wird vom Bundesrat festgelegt.

7.2. Zinssatz Überobligatorium
Die Verzinsung der Altersguthaben der überobligatorischen beruflichen Vorsorge wird vom obersten Organ der Vorsorgeeinrichtung beschlossen.

7.3. Zins für projiziertes Altersguthaben
Dieser Zinssatz wird für die Hochrechnung des Altersguthaben zum Pensionsalter verwendet.

7.4. Umwandlungssatz Obligatorium
Mit diesem Prozentsatz wird aus dem Altersguthaben die jährliche Altersrente berechnet. Der Mindestumwandlungssatz schreibt vor, wie das Altersguthaben zum Zeitpunkt des ordentlichen Rentenalters (aktuell 65 für Männer und 64 für Frauen) in der obligatorischen beruflichen Vorsorge (Obligatorium) in eine Rente umzurechnen ist. Aktuell beträgt er 6,8%.

7.5. Umwandlungssatz Überobligatorium
Den Umwandlungssatz für überobligatorische Guthaben können die Pensionskassen selber festlegen. Oft ist er deutlich niedriger als der Satz für das Obligatorium.

8. Finanzierung

Die Beiträge an die Pensionskasse werden durch den Arbeitnehmer (Lohnabzug) sowie den Arbeitgeber finanziert. Der Beitrag setzt sich aus Altersgutschriften (Sparen), Risikoprämien (Beitrag für Tod/Invalidität) und Teuerungsprämien (Anpassung Teuerung) sowie einem Beitrag an den Sicherheitsfonds zusammen. Letzter würde bei Zahlungsunfähigkeit der Pensionskasse die Leistungen erbringen.

Weitere mögliche Positionen in Vorsorgeausweisen

Voraussichtliche Altersleistungen bei vorzeitiger Pensionierung

Aufgrund des aktuellen Altersguthaben werden die Werte zum Jahr der Pensionierung, bzw. kurz davor, hochgerechnet. So kann festgestellt werden, mit welcher jährlichen Rente bei vorzeitiger Pensionierung in etwa gerechnet werden kann.

Austrittsleistung

Falls Sie die Arbeitsstelle wechseln oder verlassen, wird der angegebene Betrag an den neuen Arbeitgeber oder an ein Freizügigkeitskonto (falls noch kein neuer Arbeitgeber besteht) überwiesen.

Bei Scheidung

Im Scheidungsfall erfolgt ein Ausgleich durch hälftige Teilung des während der Ehe erworbenen Vorsorgeguthabens. Der Auszugleichende kann jedoch im Umfang des bezahlten Betrages wieder freiwillige Einkäufe tätigen.

Wie detailliert ein Vorsorgeausweis dargestellt ist bzw. welche Positionen ersichtlich sind, unterscheidet sich von Vorsorgeeinrichtung zu Vorsorgeeinrichtung.

 

Gut zu Wissen

Obligatorium
Das Bundesgesetz über die berufliche Vorsorge gibt vor, welche Arbeitnehmer einer Vorsorgeeinrichtung angeschlossen sein müssen und welche Leistungen die Vorsorgeeinrichtungen mindestens erbringen müssen. Obligatorisch versichert sind die Löhne zwischen 21’330 und 85’320 Franken (Stand 2020). Diese Beträge können sich jährlich ändern.

Überobligatorium
Es gibt Einrichtungen, die über das BVG-Obligatorium hinaus Leistungen ausrichten. In diesem Fall spricht man von der überobligatorischen Vorsorge oder der Säule 2b.

Projiziert
Hypothetisch oder hochgerechnet

Vorsorgeausweis Muster

04. December 2019

Mehr Zeit - dank dem LifeCycle by TCAG

Nicht nur in unserem Arbeitsalltag werden wir immer wieder mit Bürokratie konfrontiert, auch unser privates Umfeld wird phasenweise davon bestimmt. Das Treuhand Center kann hier unterstützen und Arbeit abnehmen. In unserem Artikel, welcher am Freitag den 29. November 2019 in der Südostschweiz erschienen ist, erklären wir näher was der LifeCycle ist und wie wir Ihnen helfen können. Den Artikel finden Sie hier zum nachlesen. Sollten Sie Fragen zum LifeCycle by TCAG oder einem unserer anderen Produkte haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Mehr Zeit für die schönen Dinge

29. October 2019

Auf dem laufenden bleiben

Im Immobilienteil der Südostschweiz vom vergangenen Freitag den 25.10.2019 hatte die Treuhand Center AG die Gelegenheit, den Leitartikel zu übernehmen. Wir berichten darin über verschiedene Entwicklungen im Immobilienbereich, welche Immobilienbesitzer im Auge behalten sollten. Haben Sie den Artikel verpasst? Gerne stellen wir Ihnen diesen hier zum Nachlesen zur Verfügung.

Sollten Sie weitere Fragen haben, freuen wir uns über eine Kontaktaufnahme.

Eigene Immobilie - Fluch oder Segen

26. September 2019

Lebensdauer von Einrichtungen

Beim Auszug eines Mieters kommt es immer wieder zu Unklarheiten, wer für die Abnützung der Einrichtungen aufzukommen hat.

Hat ein Mieter vor seinem Auszug über einige Jahre eine Mietwohnung bewohnt, fallen häufig Erneuerungsarbeiten an der Wohnung an. Grundsätzlich sind diese mit dem Mietzins abgegolten resp. der Mieter muss nicht für diese Erneuerungsarbeiten aufkommen. Dies gilt aber nicht, wenn die Abnützung übermässig ist. Mieter müssen dann für den sogenannten Zeit- oder Restwert eines Gegenstands aufkommen. Der Restwert berechnet sich aus der Lebensdauer des Gegenstandes abzüglich des tatsächlichen Alters.

Bei laufenden Mietverhältnissen hat der Mieter keinen Anspruch auf den Ersatz von Einrichtungen, wenn die Lebensdauer bereits abgelaufen ist. Der Anspruch besteht nur, falls die Einrichtung mangelhaft ist oder die Benutzung nicht mehr zugemutet werden kann. Der Vermieter kann nicht verpflichtet werden, sogenannte Schönheitsreparaturen vorzunehmen.

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Nachfolgend einige Einrichtungen und deren Lebensdauer:

Anstrich (Dispersion) von Wand- und Deckenverkleidungen

8 Jahre

Laminatböden (mittlere Qualität, Klasse 22/32)

15 Jahre

Parkett, Massivholzparkett (Klötzli, Hartholzriemen)

40 Jahre

Parkett Versiegelung (Oberflächenbehandlung)

10 Jahre

Lavabo/WC aus Keramik 

35 Jahre

Glaskeramikkochfeld 

15 Jahre

Geschirrspüler/Backofen

15 Jahre

Kühlschrank

10 Jahre

 

Beispiel:
Beim Auszug des Mieters wird festgestellt, dass das Lavabo einen durchgehenden Riss quer durch das Lavabo sowie eine grosse Keramik-Absplitterung aufweist. Das Lavabo hat aktuell ein Alter von 20 Jahren. Bei einer Lebensdauer des Lavabos von 35 Jahren, beträgt der Restwert noch 15 Jahre. In diesem Fall hat sich der ausziehende Mieter noch mit 15/35 am Ersatz zu beteiligen.

Ausnahme kleiner Unterhalt

Ausgenommen von dieser Regelung ist der sogenannte kleine Unterhalt des Mieters. Kleinere Mängel, welche der Mieter zu übernehmen hat, sind z.B. der Ersatz von Backblech, Zahngläser, Dampfabzugsfilter, Seifenschalen, Duschschläuche, Kühlschrankeinrichtungen, usw. Die Lebensdauer kommt beim kleinen Unterhalt nicht zum Tragen resp. findet hier keine Anwendung.

Rauchen in der Mietwohnung

Sollte ein Mieter in der Wohnung stark geraucht haben und beim Auszug sind nebst dem Neuanstrich, zusätzliche Arbeiten für die Entfernung/Behandlung der Nikotinrückstände nötig, sind diese Zusatzarbeiten durch den ausziehenden Mieter zu übernehmen. Auch dann, wenn der normale Anstrich bereits das Lebensdauerende erreich hat.

26. September 2019

Das 3-Säulen-Prinzip – Gefahren & Möglichkeiten (Teil I)

Dank dem 3-Säulen-Prinzip des Schweizer Vorsorgesystems kann, mit frühzeitiger Planung, auch im Alter oder bei Invalidität gewährleistet werden, dass Schweizerinnen und Schweizer ihren gewohnten Lebensstandard beibehalten können. Jede einzelne Säule hat ihren spezifischen Zweck. Im Teil I der Serie "3-Säulen-Prinzip" erhalten Sie einen Überblick über das Schweizer System. In den weiteren Newsletter werden wir Ihnen die Gefahren und Möglichkeiten zu den einzelnen Säulen erläutern.

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Die erste Säule – die staatliche Vorsorge

Die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) ist die obligatorische Rentenversicherung der Schweiz. Sie bildet zusammen mit der Invalidenversicherung und den Ergänzungsleistungen die erste – staatliche – Säule des schweizerischen Dreisäulensystems und dient der angemessenen Sicherung des Existenzbedarfs.

Die Finanzierung der ersten Säule erfolgt nach dem Solidaritätsprinzip. Dies bedeutet, dass Erwerbstätige inklusive Arbeitgeber und Nichterwerbstätige (bis zum Rentenalter) monatlich Beiträge einzahlen, mit denen die heutigen AHV/IV-Renten finanziert werden. Altersrenten erhalten Frauen ab dem vollendeten 64. Altersjahr, Männer ab dem vollendeten 65. Altersjahr.

Weitere Details zu den Gefahren und Möglichkeiten der ersten Säule folgen im nächsten Newsletter.

 

Die zweite Säule – die berufliche Vorsorge

Die berufliche Vorsorge stellt die zweite Säule im Schweizer Vorsorgesystem dar. Diese beinhaltet die Pensionskasse sowie die Unfallversicherung. Diese Leistungen ergänzen die Renten aus der ersten Säule, um gemeinsam die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung in angemessener Weise (circa 60 bis 75% des letzten Lohnes bis maximal CHF 85'320.00; Stand 2019) zu ermöglichen. Auf verschiedene Arten kann man seine berufliche Vorsorge verbessern, da man sich freiwillig über das gesetzliche Minimum versichern lassen kann.

Im Gegensatz zur ersten Säule spart bei der beruflichen Vorsorge jeder selbständig für seine eigene Rente. Die voraussichtliche Altersrente der beruflichen Vorsorge kann dem Vorsorgeausweis, den die Pensionskasse jeweils zu Jahresbeginn versendet, entnommen werden.

Weitere Details zu den Gefahren und Möglichkeiten der zweiten Säule folgen im Teil III.

 

Die dritte Säule – die private Vorsorge

Die private Vorsorge ermöglicht, Vorsorgelücken im Alter individuell zu schliessen und mit den privaten Bank- und Versicherungslösungen Vermögen aufzubauen. Zusätzlich können die Risiken Tod und Invalidität spezifisch abgesichert werden.

Zu unterscheiden sind die gebundene private Vorsorge (Säule 3a) sowie die freie private Vorsorge (Säule 3b). Die Säule 3a und 3b unterscheiden sich in folgenden Punkten: Zielgruppe, Vorsorgeprodukte, Laufzeit, gesetzliche Verfügbarkeit, erbrechtliche Begünstigung, Verpfändung, steuerliche Abzüge, Besteuerung beim Ansparen und Besteuerung bei der Auszahlung.

Weitere Details zu den Gefahren und Möglichkeiten der dritten Säule folgen im Teil IV.

02. September 2019

UpDate 2|2019

Die neue Ausgabe des UpDate informiert Sie über die STAF (Steuerreform und AHV-Finanzierung) welche am 1. Januar 2020 in Kraft tritt.

Zusätzlich finden Selbständigerwerbende nützliche Informationen, wie sie vermeiden in eine "Scheinselbständigen"-Situation zu geraten und welche Gefahren in Bezug auf Versicherungen diese mit sich bringt.

Immer wichtiger und sehr aktuell sind auch Fragen zu flexiblen Arbeitszeitmodellen. UpDate gibt einen kurzen Überblick über die gängigsten Modelle und lässt auch die rechtliche Komponente nicht ausser Acht.

Wir wünschen eine spannende Lektüre.

 

© Treuhand Center Chur / Rechtliche Hinweise